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Zusatzversicherung in der Schweiz: Brauchst du sie wirklich?

Baptiste Wicht | Aktualisiert: |
Supplemental Health Insurance

(Offenlegung: Einige der unten aufgeführten Links können Affiliate-Links sein)

In der Schweiz haben wir für alle eine obligatorische Krankenversicherung. Diese Grundversicherung wird von vielen Anbietern angeboten, basiert aber bei allen auf derselben gesetzlichen Grundlage. Daneben bieten Versicherer auch Zusatzversicherungen an.

Jede Versicherung kann eigene Policen mit unterschiedlichen Bedingungen anbieten – deshalb ist es manchmal schwierig, sich in dieser Auswahl zurechtzufinden. Und brauchen wir diese Policen wirklich? Und wie wählt man sie aus? Genau das beantwortet dieser ausführliche Ratgeber.

Zusatzkrankenversicherung

Die Grundversicherung wird durch das KVG (LAMal auf Französisch) geregelt. Dieses Gesetz gilt nur für die Krankenversicherung und ist ziemlich strikt, was gedeckt ist und was nicht.

Die Zusatzversicherung hingegen wird durch das VVG (LCA auf Französisch) geregelt. Das ist das Gesetz, das alle privaten Versicherungen regelt. Es ist also nichts krankenversicherungsspezifisch an diesem Gesetz.

Wir nennen es Zusatzversicherung (und nicht einfach Zusatzversicherung allgemein), weil Krankenversicherer diese Pakete zusätzlich zur Grundversicherung anbieten.

Grundsätzlich gibt es zwei große Kategorien von Zusatzversicherungen:

  • Spitalzusatzversicherung (bzw. stationäre Zusatzversicherung).
  • Ambulante Zusatzversicherung.

Diese beiden Gruppen schauen wir uns in diesem Ratgeber im Detail an.

Limiten und Vorbehalte

Es gibt einen wesentlichen Unterschied zwischen Grundversicherung und Zusatzversicherung. Da die Grundversicherung obligatorisch ist, dürfen Versicherer dich nicht ablehnen. Bei der Zusatzversicherung hingegen dürfen Versicherer dich ablehnen, wenn du ihre Kriterien nicht erfüllst. In fast allen Fällen wirst du gebeten, einen Gesundheitsfragebogen auszufüllen. Und diese Unternehmen können sehr streng sein, wen sie aufnehmen.

Wichtig ist, dass du diesen Fragebogen wahrheitsgetreu ausfüllst. Wenn du im Fragebogen lügst und sie es herausfinden, verlierst du jeden Versicherungsschutz und wirst später keine Zusatzversicherung mehr bekommen. Und du hättest jahrelang umsonst bezahlt.

In manchen Fällen, etwa bei Zahnzusatzversicherungen, muss der Fragebogen von einer Fachperson ausgefüllt werden.

Wenn du bereits gewisse gesundheitliche Probleme hast, ist es oft schon zu spät für eine Zusatzversicherung. Versicherer wollen nur gute Risiken versichern, keine schlechten. In manchen Fällen lehnen sie dich nicht direkt ab, setzen aber Vorbehalte. Zum Beispiel würde eine Zahnzusatzversicherung Zähne nicht decken, die du vor 10 Jahren abgebrochen hast.

Eine weitere Möglichkeit, den Schutz zu reduzieren, ist eine Karenzfrist. Wenn du zum Beispiel kürzlich am Knie operiert wurdest, kann die Versicherung sagen, dass sie für eine gewisse Anzahl Jahre (z. B. 5 Jahre) nichts übernimmt, was mit diesem Knie (oder sogar diesem Bein) zu tun hat.

Und es gibt auch einige standardmäßige Wartefristen. Ein typisches Beispiel ist die Mutterschaft. Wenn du eine Zusatzversicherung abschließt, übernimmt sie in der Regel erst nach 9 oder 12 Monaten. Das heißt: Wenn du bereits schwanger bist (auch wenn du es noch nicht weißt), ist es meist zu spät, für diese Geburt noch eine Zusatzversicherung abzuschließen.

Dieses System bedeutet also, dass du eine Zusatzversicherung abschließen solltest, wenn du sie nicht brauchst – denn wenn du sie brauchst, ist es zu spät. Das ist unerquicklich, weil es auch bedeutet, zu zahlen, wenn du den Schutz gar nicht brauchst.

Spitalzusatzversicherung

Die Basiskrankenversicherung übernimmt die Kosten für Ihr Krankenhaus. Sie deckt jedoch nur die Kosten für die allgemeine Abteilung ab, und einige Versicherungen schränken ein, in welches Krankenhaus Sie gehen können. In den meisten Fällen kannst du außerdem nur im Kanton behandelt werden, in dem du wohnst. Eine Spitalzusatzversicherung, auch stationäre Zusatzversicherung genannt, kann die Qualität deines Spitalaufenthalts und deinen Zugang zu Spezialisten verbessern.

Privat und halbprivat

Wenn du nicht in der allgemeinen Abteilung behandelt werden willst, brauchst du eine private oder halbprivate Versicherung.

Mit halbprivater Versicherung bekommst du ein Zimmer mit nur zwei Personen. In manchen Spitälern hast du damit auch mehr Auswahl beim Essen. Außerdem hast du in der Regel eine bessere Auswahl an Ärzten im Spital.

Mit privater Versicherung bekommst du ein Einzelzimmer, ganz für dich allein. Das sollte dir auch Zugang zu den besten Mahlzeiten und den besten Ärzten geben (meist Chefärzte).

Allerdings können beide Versicherungen extrem teuer sein – bei privater Versicherung schnell ein paar Hundert Franken pro Monat. Darauf zu verzichten kann eine gute Möglichkeit sein, jeden Monat Geld zu sparen.

Flexible Spitalversicherung

Private und halbprivate Versicherungen können ziemlich teuer sein, und du zahlst ein Leben lang und nutzt sie womöglich nie.

Eine Alternative ist die flexible Versicherung. Damit kannst du bei Spitaleintritt die Abteilung wählen. Wenn du die allgemeine Abteilung wählst, zahlst du keine zusätzlichen Gebühren. Du kannst aber auch in die private oder halbprivate Abteilung wechseln; dann zahlst du einen Teil der Kosten selbst und die Versicherung übernimmt einen Teil.

Solche Versicherungen sind deutlich günstiger als private oder halbprivate und geben dir die Wahl, ohne dass du dein Leben lang hohe Prämien zahlen musst. Natürlich ist auch diese Versicherung nicht gratis, aber sie ist viel günstiger als eine Volldeckung. Du könntest dich zum Beispiel für die private Abteilung entscheiden, wenn du länger im Spital bleiben musst.

Spitalwahl

Die günstigste Variante der Spitalzusatzversicherung ist die Versicherung für die freie Spitalwahl.

Diese Zusatzversicherung erlaubt dir, ein Spital in der ganzen Schweiz zu wählen. Normalerweise bist du nur in deinem Wohnkanton gedeckt.

Nützlich ist das zum Beispiel, wenn du nahe bei einem Spital in einem anderen Kanton wohnst. Wenn du nahe an der Kantonsgrenze wohnst, kann das nächstgelegene Spital im Nachbarkanton sein.

Wichtig: Versicherer haben eine Spitalliste, welche Spitäler sie zulassen. In den meisten Fällen ist diese Liste ziemlich vollständig, aber es lohnt sich zu prüfen – sonst zahlst du diese Versicherung womöglich für nichts.

Diese Option ist in der Regel in privaten und halbprivaten Versicherungen bereits enthalten. Achte also darauf, dass du nicht überversichert bist, wenn du diese Option schon drin hast.

Diese Versicherung ist sehr günstig, wahrscheinlich die günstigste Zusatzversicherung. Als schnelles Beispiel: Ich habe für meinen Fall eine Offerte von 1,50 CHF pro Monat erhalten.

Ambulante Zusatzversicherung

Die andere Kategorie der Zusatzversicherung sind ambulante Zusatzversicherungen.

Versicherer haben viele Pakete für ambulante Zusatzversicherungen. Da es keine festen Regeln gibt, haben sie nicht alle dieselben Pakete. Manche Versicherer haben wenige Pakete, dafür mit mehreren Modulen. Andere haben viele kleine Module.

Medikamente

Die Grundversicherung erstattet nicht immer alle Medikamente. In der Regel erstattet sie nur Medikamente, die von einem Arzt verschrieben wurden und auf einer speziellen Liste stehen. Manchmal sind sie aber mit der Verschreibung nicht einverstanden und erstatten sie nicht. Auch Medikamente, die nicht auf der Spezialitätenliste stehen, werden nicht erstattet.

Hier kann eine Zusatzversicherung interessant sein. Sie erstattet in der Regel Medikamente von der Spezialitätenliste, die von der Grundversicherung nicht erstattet werden. Und sie erstattet oft auch andere Medikamente, die zwar ärztlich verschrieben sind, aber nicht auf der Spezialitätenliste stehen.

Allerdings haben auch diese Zusatzversicherungen Limiten und eigene Medikamentenlisten. Außerdem erstatten sie keine Medikamente, die nicht von einem Arzt verschrieben wurden.

Zahnzusatzversicherung

Zahnarztbesuche werden von der Grundversicherung nicht erstattet.

Es gibt aber viele Zusatzversicherungen, die Zahnbehandlungen abdecken. Wenn du zum Beispiel einmal pro Jahr zum Zahnarzt gehst, wird das erstattet. Allerdings kosten sie in der Regel mehr, als sie erstatten. Darum sind diese Policen in den meisten Fällen nicht besonders interessant. Außerdem gehören sie zu den restriktivsten Policen und setzen oft Limiten je nach deiner Zahnhistorie.

Kieferorthopädie-Versicherung

Wenn ein Kind eine kieferorthopädische Korrektur braucht, kann die Rechnung teuer werden. Und die Grundversicherung übernimmt davon nichts.

Das ist einer der besten Fälle, in denen eine Kieferorthopädie-Versicherung sinnvoll sein kann. Sie übernimmt die Kosten der Korrektur (natürlich bis zu einer Limite). Wenn du dir vorstellst, dass eine Korrektur mehr als 10.000 CHF kosten kann, kann diese Versicherung interessant sein. Ein Haushalt mit mehreren Kindern, die gleichzeitig eine Korrektur brauchen, kann ohne Versicherung finanziell in Schwierigkeiten geraten.

Wichtig ist, dass du diese Versicherung früh für deine Kinder abschließt. Vor dem 3. Lebensjahr gibt es keine Zahnkontrolle. Danach werden die Zähne geprüft, und wenn sie einen Hinweis auf eine mögliche spätere Korrektur entdecken, lehnen sie die Deckung ab.

Unsere Deckung

Wir haben für unseren Sohn eine Kieferorthopädie-Versicherung abgeschlossen, seit er geboren ist.

Brillenversicherung

Die Grundversicherung leistet einen kleinen Beitrag für Brillen, aber nur für Kinder.

Viele Versicherer bieten auch eine Brillen-Zusatzversicherung an. In den meisten Fällen übernehmen sie aber nur einen kleinen Betrag und kosten mehr, als sie decken. Darum sind sie selten interessant.

Reiseversicherung

Die Grundversicherung bietet auch im Ausland eine gewisse Deckung, aber je nach Reiseziel kann sie begrenzt sein.

Wenn du nach Europa reist, brauchst du in den meisten Fällen keine zusätzliche Deckung (es können aber gewisse Kosten aus eigener Tasche anfallen), da wir die gleiche Deckung wie Europäer erhalten.

Wenn du jedoch in ein Land außerhalb der EU reist, sieht es anders aus. In diesen Fällen übernimmt die Schweizer Krankenversicherung Kosten nur, wenn sie im Vergleich zu den Preisen in der Schweiz nicht zu hoch sind. Wenn du also in ein Land wie die USA oder Japan reist, wo Gesundheitskosten sehr teuer sein können, musst du im Spitalfall unter Umständen einen sehr hohen Betrag selbst bezahlen. Und hier sprechen wir potenziell von Zehntausenden Schweizer Franken.

Wenn du also außerhalb der EU in Länder reist, die für hohe Gesundheitskosten bekannt sind, kann eine Reiseversicherung sehr hilfreich sein. Ich habe einen ganzen Artikel über Reiseversicherungen, wenn du mehr Details willst.

Unsere Deckung

Wir haben eine Reiseversicherung, weil wir in Länder wie die USA und China reisen.

Rettungs- und Transportversicherung

Wenn du eine medizinische Rettung brauchst, übernimmt die Grundversicherung nur bis zu 50 % der Kosten und bis zu 5000 CHF pro Jahr.

Eine medizinische Rettung kann deutlich mehr kosten, zum Beispiel wenn du per Helikopter gerettet werden musst. Und wenn du im Ausland gerettet werden musst, gibt es gar keine Deckung.

Wenn du viel reist oder dich in Situationen bringst, in denen eine Rettung wahrscheinlich ist (z. B. alleine wandern), kann eine Rettungs- und Transportversicherung hilfreich sein. Du musst sicherstellen, dass die Deckung für die bezahlte Prämie gut genug ist.

In vielen Fällen ist das zusammen mit der Reiseversicherung gebündelt.

Alternativmedizin

Die Grundversicherung deckt Alternativmedizin nur begrenzt. Manche Methoden, wie Osteopathie und Naturheilkunde, sind gar nicht gedeckt.

Wenn du dafür eine Deckung willst, brauchst du eine Zusatzversicherung. Diese Alternativmedizin-Module decken mehr Methoden ab als die Grundversicherung.

Wie üblich hat jede Versicherung eine andere Deckung. Und die meisten Versicherer verwenden unterschiedliche Listen an anerkannten Therapeuten.

Psychotherapie

Psychotherapie wird von der Grundversicherung gedeckt, aber nur, wenn sie von einem Arzt verordnet ist und nur, wenn du zu einem anerkannten Psychotherapeuten gehst.

Manche Zusatzversicherungen können diese Deckung erhöhen. Sie können mehr Therapeuten abdecken, und einige übernehmen auch gewisse Therapien ohne ärztliche Verordnung.

Diese Policen haben ebenfalls eine Liste der erstatteten Therapeuten. Diese Liste ist meist länger als die der Grundversicherung, aber du musst sie prüfen, damit dein Therapeut drauf ist, falls du bereits einen bevorzugten Therapeuten hast.

Prävention

Die Grundversicherung übernimmt bei Prävention so gut wie nichts. Das ist ziemlich schade, denn frühe Prävention ist oft günstiger als spätere Korrekturen.

Wenn du von deiner Versicherung Unterstützung für Vorsorgeuntersuchungen oder häufigere Checks möchtest, gibt es dafür einige Zusatzversicherungsoptionen. Manche Versicherungen zahlen zum Beispiel alle zwei Jahre einen Check-up. Auch andere Dinge können erstattet werden, etwa ein Fitnessstudio-Abo. Wie üblich variieren die Limiten stark von Versicherung zu Versicherung.

So gut es klingt: Oft ist es nicht besonders effizient, weil nur ein begrenzter Betrag übernommen wird und die Prämien meist höher sind als die Erstattung.

Brauchen wir eine Zusatzversicherung?

Die erste große Frage ist: Brauchen wir eine Zusatzversicherung?

Und das ist keine einfache Frage. Wir sollten von der Prämisse ausgehen, dass Versicherer dir kein Gratisgeld schenken. Versicherung wird dir also nicht helfen, Geld zu sparen. Zusatzversicherungen sollte man sorgfältig abwägen. Grundsätzlich sollte man nur ein wirklich teures Risiko versichern. Wenn ein Risiko sehr unwahrscheinlich oder günstig ist, bringt es wenig, es zu versichern.

Darum finde ich, dass die meisten Zusatzversicherungen nicht besonders interessant sind. Es bringt nichts, 200 CHF pro Jahr für eine Versicherung zu zahlen, die 150 CHF pro Jahr an Zahnkosten erstattet. Das ist dasselbe, wie 50 CHF pro Jahr wegzuwerfen. In vielen Fällen ist es effizienter, einfach etwas Geld zu sparen, statt eine Zusatzversicherung abzuschließen.

Für mich gibt es zwei Ausnahmen:

  • Eine Reiseversicherung kann dir viel Ärger ersparen, wenn du oft in teure Länder reist und es zu einem Notfall kommt.
  • Eine Kieferorthopädie-Versicherung für Kinder, weil Behandlungen in der Schweiz unglaublich teuer sein können.

Natürlich sind manche Menschen lieber stärker versichert als andere. Wenn du das Gefühl hast, du brauchst eine Versicherung, um dich sicher zu fühlen, dann mach das ruhig. Aber es ist wichtig, auch über deine tatsächlichen Bedürfnisse und dein Budget nachzudenken.

Wie wählt man eine Zusatzversicherung aus?

Wenn du denkst, dass du eine Zusatzversicherung brauchst: Wie wählst du eine aus?

Leider gibt es darauf keine eindeutige Antwort. Grundversicherungen lassen sich leicht vergleichen, weil sie dieselbe Deckung bieten. Zusatzversicherungen sind jedoch nicht gesetzlich geregelt. Darum sind selbst zwei Zahnzusatzversicherungen schwer zu vergleichen.

Es gibt Vergleichstools, aber du musst vorsichtig sein. Ich habe kein unabhängiges Vergleichstool für Zusatzversicherungen gefunden. Das bedeutet, dass jedes Vergleichstool Anreize hat, bestimmte Policen zu verkaufen – ein Interessenkonflikt.

Das zweite Problem: Ich habe kein Vergleichstool gefunden, das vollständig ist. Das heißt, jedes Tool zeigt nur einen Teil der Angebote.

Ich habe nur zwei Vergleichstools gefunden, und keines davon ist vollständig unabhängig oder vollständig:

Ich würde daher empfehlen, beide zu prüfen und zusätzlich zu schauen, ob du einen bevorzugten Versicherer hast, dessen Angebote du nutzen möchtest. Und dann musst du die Details der Deckung der gefundenen Angebote prüfen, um zu sehen, ob sie wirklich zu deinen Bedürfnissen und deinem Budget passen.

Manchmal bekommst du einen besseren Preis, wenn du Grundversicherung und Zusatzversicherung beim gleichen Anbieter bündelst. Aber sei dabei vorsichtig: Selbst mit Bündelung lohnt es sich selten, weil die günstigste Grundversicherung oft wechselt.

FAQ

Wie oft kann ich die Zusatzversicherung wechseln?

Zusatzversicherungen laufen oft länger als Grundversicherungen. Sie dauern meist zwischen 3 und 5 Jahren. Das bedeutet, du musst darauf achten, wann du kündigen kannst. Zum Glück kannst du laut Gesetz einen Mehrjahresvertrag am Ende des dritten Jahres kündigen. Selbst wenn dein Vertrag fünf Jahre läuft, kannst du also nach drei Jahren kündigen – du musst aber weiterhin die Kündigungsfrist einhalten.

In den meisten Fällen beträgt die Kündigungsfrist drei Monate (manchmal sechs Monate) auf Ende Jahr. Wenn du kündigen willst, musst du das in den meisten Fällen also vor Ende September tun (manchmal vor Ende Juni).

Muss die Zusatzversicherung beim gleichen Anbieter wie die Grundversicherung sein?

Mitnichten. Du kannst deine Grundversicherung bei einem Anbieter haben und deine Zusatzversicherungen bei einem anderen.

Müssen alle meine Zusatzversicherungen beim gleichen Versicherer sein?

Nein, du kannst Zusatzversicherungen auf mehrere Anbieter verteilen.

Schlussfolgerung

Insgesamt ist die Welt der Zusatzversicherungen ziemlich kompliziert. Da alle Versicherer ihre Pakete frei gestalten können, ist ein Vergleich schwierig. Außerdem gibt es viele Policen, die wenig nützen, weil sie für das, was sie decken, schlicht zu teuer sind.

Grundsätzlich ist Versicherung sinnvoll, um Dinge abzudecken, die teuer werden können. In diesem Fall kann zum Beispiel eine Reise- und Rettungsversicherung sinnvoll sein, um medizinische und Rettungskosten im Ausland (oder sogar in der Schweiz) abzudecken. Ein weiteres gutes Beispiel ist eine Kieferorthopädie-Versicherung für Kinder, die uns potenziell mehrere Tausend Schweizer Franken sparen könnte.

Es gibt aber auch Beispiele, bei denen du 200 CHF pro Jahr zahlst, um 150 CHF Deckung für eine Brille oder einen Zahnarzttermin zu bekommen. Das ist schlicht nicht effizient – selbst zu zahlen wäre besser.

Eine Zusatzversicherung auszuwählen ist ziemlich komplex, weil sie alle unterschiedlich sind und jede Versicherung eigene Limiten und Bedingungen hat.

Wenn du mehr zum Thema Versicherungen lesen willst, kannst du unseren Ratgeber zur Grundversicherung lesen.

Wie sieht es bei Ihnen aus? Hast du eine Zusatzversicherung?

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Photo of Baptiste Wicht
Baptiste Wicht hat The Poor Swiss im Jahr 2017 gestartet. Er stellte fest, dass er in die Falle des Lebensstil-Inflation geriet. Er entschied sich, seine Ausgaben zu senken und sein Einkommen zu steigern. Seit 2019 spart er jedes Jahr mehr als 50 % seines Einkommens. Er hat sich zum Ziel gesetzt, finanzielle Unabhängigkeit zu erreichen und den Schweizern bei ihren Finanzen zu helfen.
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